Umfrage unter Politikern deckt anhaltende Probleme beim Glücksspielstaatsvertrag auf

Kai Wagner · Jul 1, 2026

Umfrage unter Politikern deckt anhaltende Probleme beim Glücksspielstaatsvertrag auf

Politiker bei einer Diskussion über Glücksspielregulierungen in Deutschland

GambleBase führte eine groß angelegte Befragung von mehr als 2500 Politikern durch, die sich mit den Schwachstellen des Glücksspielstaatsvertrags von 2021 befasste und dabei auf Bereiche wie Spielerschutz, Marktkanalisierung sowie die Bekämpfung des Schwarzmarktes fokussierte, während die verpflichtende umfassende Evaluierung des Vertrags bis Ende 2026 ansteht. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Abgeordnete auf Bundesebene und in den Ländern die Umsetzung des GlüStV 2021 als unzureichend bewerten, da die angestrebten Ziele in der Praxis nur teilweise erreicht wurden und strukturelle Anpassungen erforderlich erscheinen.

Hintergründe zum Glücksspielstaatsvertrag 2021

Der Interstate Treaty on Gambling trat 2021 in Kraft und sollte ein einheitliches Regelwerk für Online-Glücksspiele in allen Bundesländern schaffen, wobei Lizenzen für Anbieter eingeführt wurden und Maßnahmen zum Schutz von Spielern sowie zur Eindämmung illegaler Angebote vorgesehen waren. Experten haben beobachtet, dass die Umsetzung in den ersten Jahren auf technische Hürden und unterschiedliche Auslegungen in den Ländern stieß, was die Wirksamkeit beeinträchtigte. Forscher der Universität Hamburg stellten in einer Analyse fest, dass die Kanalisierungsquote bei Online-Casinos unter den Erwartungen blieb und viele Nutzer weiterhin auf nicht lizenzierte Plattformen auswichen.

Details zur Umfrage und ihre Durchführung

Die Befragung von GambleBase erreichte Politiker aus verschiedenen Parteien und Regierungsebenen, wobei Fragen zu den Kernbereichen des Vertrags gestellt wurden und Antworten anonym ausgewertet wurden, um ein repräsentatives Bild der politischen Wahrnehmung zu erhalten. Teilnehmer äußerten sich zu Defiziten im Spielerschutz, der unzureichenden Lenkung von Spielern in den regulierten Markt und den Herausforderungen bei der Verfolgung von Schwarzmarktaktivitäten. Daten aus der Erhebung verdeutlichen, dass über 60 Prozent der Befragten Verbesserungsbedarf in mindestens zwei der genannten Bereiche sehen und eine Neujustierung der Regulierung als notwendig erachten.

Kritikpunkte im Fokus der Politiker

Im Bereich des Spielerschutzes bemängelten viele Teilnehmer die bestehenden Limits und Sperrmechanismen als zu lax, da sie keine ausreichende Prävention gegen problematische Spielverläufe bieten und die Verantwortung der Anbieter unklar bleibt, während die Marktkanalisierung durch hohe Steuern und strenge Werbebeschränkungen behindert wird, sodass legale Angebote weniger attraktiv erscheinen als illegale Alternativen. Die Bekämpfung des Schwarzmarktes gestaltet sich schwierig, weil grenzüberschreitende Anbieter schwer zu kontrollieren sind und die Zusammenarbeit zwischen Behörden verbessert werden muss. Ein Bericht der Europäischen Kommission über nationale Glücksspielregulierungen hebt ähnliche Herausforderungen in mehreren Mitgliedstaaten hervor und betont die Notwendigkeit koordinierter Ansätze.

Analyse von Umfrageergebnissen zu Regulierungsfragen im Glücksspielbereich

In Juli 2026 rückt die Evaluierung des GlüStV 2021 näher und die Umfrageergebnisse dienen als Grundlage für bevorstehende politische Diskussionen, bei denen Anpassungen an Lizenzbedingungen oder Kontrollmechanismen geprüft werden sollen. Beobachter haben festgestellt, dass die Kritik aus der Politik mit Daten aus dem Markt übereinstimmt, wo die Zahl der lizenzierten Anbieter zwar gestiegen ist, die Umsätze jedoch nicht im erwarteten Maß auf legale Kanäle verlagert wurden. Forscher des Canadian Centre on Substance Use and Addiction veröffentlichten vergleichbare Erkenntnisse zu Regulierungsmodellen in anderen Ländern, die zeigen, wie Kanalisierungsstrategien langfristig angepasst werden müssen.

Auswirkungen auf die bevorstehende Evaluierung

Die Umfrageergebnisse fließen in die Vorbereitungen für die Bewertung bis Ende 2026 ein, wobei politische Akteure über mögliche Reformen beraten und die Effektivität der bisherigen Maßnahmen prüfen. Vertreter verschiedener Fraktionen haben signalisiert, dass sie sich für eine stärkere Einbindung von Daten aus Spielerverhalten und Marktanalysen einsetzen werden, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Die Erhebung von GambleBase liefert hierzu konkrete Zahlen und Meinungen, die als Impuls für den Prozess dienen können.

Schlussbetrachtung

Die Befragung durch GambleBase hat deutlich gemacht, dass der GlüStV 2021 in seiner aktuellen Form aus Sicht vieler Politiker Anpassungen benötigt, um die gesetzten Ziele in Spielerschutz, Kanalisierung und Schwarzmarktprävention besser zu erreichen, und die Ergebnisse stehen im Kontext der anstehenden Evaluierung 2026. Weitere Analysen und politische Abstimmungen werden folgen, während die Daten aus der Umfrage als Orientierungshilfe für zukünftige Regulierungsentscheidungen bereitstehen.